Ein kurzer Text zur Geschichte unserer Verbindung Die Geschichte unserer Vandalia ist in der zum 60jährigen Stiftungsfest herausgegebenen Festschrift ausführlich dargestellt. Aus Anlaß des 80jährigen Bestehens unserer Verbindung erscheint ein kurzer Überblick aber vielleicht doch gerechtfertigt. Die Gründung und die ersten Jahre des Bestehens der Prager CV-Verbindungen Ferdinandea, Vandalia und Saxo-Bavaria fielen in eine Zeit der schwersten weltanschaulichen und nationalen Kämpfe auf Prager Boden. Besonders in den Jahren 1905 bis 1910 herrschte an der Prager Universität nackter Terror und der Holzkomment. Die CV-Verbindungen der damaligen Zeit waren Kampfverbindungen, sie mußten sich ihr Recht Farben zu tragen hart erkämpfen. Der Text der einzelnen Bundeslieder gibt deutlich Kunde davon. Aber sie setzten sich durch und begannen aufzublühen. Das rasche Anwachsen katholischen Farbenstudententums auf Prager Boden wurde vom weltanschaulichen Gegner, von den radikalen und liberalen Verbindungen, aber nicht ruhig hingenommen. Es gibt darüber ein damals von Cbr. Brix (Fd) verfaßtes Couplet, das er bei einer PCV-Veranstaltung selbst vorgetragen hat: Im Jahre 1905, da gab´s in Prag ein groß´ Geschimpf. Denn denkt Euch an bloß den Skandal, in Prag taucht auf jetzt der Vandal! Die schwarze Gefahr in diesem Land, die nimmt ganz plötzlich überhand. Das G´sindl, das muß fort von hier, Drauf schwören wir. Und dann wird´s still, man hört nichts mehr, Vandalen werden immer mehr und kaum sind noch zwei Jahre da, gründet man die dritte schon: Saxo-Bavaria. Nicht nur in Prag selbst, sondern auch in der Provinz gab es damals immer wieder Zusammenstöße und Prügeleien, weil sich die radikale und liberale Studentenschaft den Einbruch in das deutsche Keilgebiet, das sie als ihre Domäne ansah, nicht gefallen lassen wollte. Aber in Lauf der Jahre änderte sich die Situation, weil der viel gefährlichere nationale Gegner beide Lager zwang, ihre weltanschaulichen Kämpfe ruhen zu lassen. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gab es für die Prager CV-Verbindungen eine völlig veränderte Welt. Die damaligen Bundes- und Cartellbrüder fanden zwar ihre altvertrauten Verbindungsbuden wieder und auch wieder die alte "alma mater", aber die staatsrechtliche Situation hatte sich geändert, sie waren tschechoslowakische Staatsbürger geworden. Es entstand damals die bange Frage, was wird mit den Verbindungen, werden sie überhaupt weiter bestehen können, können sie lebensfähig bleiben? Aber alles kam ganz anders, als man befürchtete. Die Verbindungen blühten auf und wurden stärker als vor dem Krieg. Im Jahre 1921 entstand in Prag sogar die vierte CV-Verbindung, Nordgau-Prag. Ihr Keilgebiet war hauptsächlich Mähren/Schlesien, das frühere Keilgebiet der CV-Verbindung Nordgau-Wien, das diese durch die Grenzziehung verloren hatte. Im Jahre 1922 wurde dann an der landwirtschaftlichen Hochschule in Tetschen-Liebwerd die CV-Verbindung Elbmark gegründet, so daß mit der schon bestehenden CV-Verbindung Nibelungia/Brünn im Sudetenland sechs CV-Verbindungen bestanden, die sich zum SCV zusammenschlossen. Zu den zahlreichen in Österreich verbliebenen Alten Herren der PCV-Verbindungen gab es natürlich auch weiter enge Kontakte. Neben den AH-Verbänden in dem neuen Staat Tschechoslowakei hatten die österreichischen Altherren eigene AH-Verbände gegründet, die jeweiligen beiden Teilverbände der einzelnen Verbindungen waren einander eng verbunden und blieben immer ein einheitlicher AH-Verband. Im Jahre 1935 hatte Vandalia 46 Alte Herren in Österreich. Jedenfalls war es immer eine große Freude, wenn bei den Stiftungsfesten der Prager Verbindungen die Bundesbrüder aus Österreich meist in großer Zahl erschienen. Das waren immer von Bundesbrüderlichkeit und großer Freude überquellende Wiedersehensfeste, bis dann in den Jahren 1937/38 alles zu Ende ging, als sich unter dem unausweichlichen Zwang der politischen Lage die Verbindungen selbst auflösten. AH Dr. P. Friedrich Va!
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